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Grundsteuer bei Erbe und Schenkung 2026

Wer zahlt nach dem Erbfall? Was ist die Anzeigepflicht? Wie funktioniert die Erbengemeinschaft?

📍Hebesatz-Datenbank: 55 Städte · Stand April 2026 · quartalsweise Pflege

Übergang der Steuerpflicht

Die Grundsteuerpflicht geht zum Stichtag des Eigentumsübergangs auf den neuen Eigentümer über. Bei Erbe ist das der Todestag des Erblassers; bei Schenkung der Tag der Übertragung im Grundbuch. Bis dahin ist der bisherige Eigentümer (bzw. dessen Erben) steuerpflichtig.

Anzeigepflicht beim Finanzamt

  • Frist: Innerhalb 1 Monat nach Eigentumsübergang ist eine Erklärung beim Finanzamt einzureichen — § 19 GrStG.
  • Inhalt: Veränderung der wirtschaftlichen Einheit, ggf. neue Bewertung erforderlich.
  • Bei Erbe: Erblasser-Bescheid bleibt gültig bis zur Neufeststellung; Erben treten in die Steuerpflicht ein (§ 45 AO).
  • Bei Schenkung: Schenkungssteuer ist getrennt von der Grundsteuer — beides kann anfallen.

Erbengemeinschaft — komplexer Fall

Bei einer Erbengemeinschaft (mehrere Erben) sind alle Miterben gemeinsam Steuerschuldner — gesamtschuldnerisch. Das Finanzamt kann den Bescheid an einen Empfangsbevollmächtigten richten. Die interne Aufteilung erfolgt nach Erbquote. Vor dem Verkauf oder der Auseinandersetzung sollte geklärt werden, wer die Grundsteuer in welchem Zeitraum trägt.

Erbe & Schenkung FAQ

  • Muss ich die Grundsteuer rückwirkend zahlen, wenn ich erbe?

    Nein. Du wirst Steuerschuldner ab dem Todestag. Für Zeiten davor haftet der Nachlass — zum Teil persönlich (§ 45 AO), zum Teil nur mit dem geerbten Vermögen, je nach Erbenstellung.

  • Erbengemeinschaft: Wer kriegt den Bescheid?

    Das Finanzamt schickt den Bescheid an den Empfangsbevollmächtigten der Erbengemeinschaft. Wenn keiner benannt ist: an einen Erben mit Hinweis auf gesamtschuldnerische Haftung.

  • Schenkung zu Lebzeiten: Wer zahlt vor und nach der Eintragung?

    Vor Eintragung im Grundbuch: bisheriger Eigentümer. Nach Eintragung: neuer Eigentümer. Stichtag ist meist der Tag der Eintragung.

  • Muss ich neue Grundsteuererklärung abgeben nach Erbschaft?

    Bei reiner Eigentumsänderung ohne bauliche Veränderung meist nicht — der bisherige Bescheid wird übernommen. Bei wesentlichen Änderungen (Anbau, Nutzungsänderung) ja.

  • Erbe verkauft das Haus: Wer zahlt die Grundsteuer im Verkaufsjahr?

    Steuerpflichtig ist der Eigentümer am 1.1. des Veranlagungsjahres. Beim Verkauf wird üblicherweise zwischen Verkäufer und Käufer im Kaufvertrag eine taggenaue Verrechnung vereinbart.

  • Brauche ich einen Steuerberater für Erbschaftsfälle?

    Bei einfachen Konstellationen (Alleinerbe einer normalen Wohnung) meist nicht. Bei Erbengemeinschaften, Auslandsbezug oder Schenkungssteuer-Optimierung dringend empfohlen.

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