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Grundsteuer 2026 berechnen — alle 16 Modelle

Was kostet dich die neue Grundsteuer? Vergleich Alt vs. Neu, vollständige Hebesatz-Datenbank, Verfassungs-Status — alles in einem Tool.

📍Hebesatz-Datenbank: 55 Städte · Stand April 2026 · quartalsweise Pflege

Eingabe

Modell: bundesmodell · Hebesatz Grundsteuer B 2026: 470%

STUFE 1 · Berechnung nach Berlin-Modell

Grundsteuer 2026

631,76 €

/Jahr

Vierteljahr

157,94 €

Monat

52,65 €

Modell

Bundesmodell

Hebesatz

470%

Berechnungs-Schritte

  1. 1.

    Grundstückswert

    500 m² × 800 €/m²

    400.000,00 €
  2. 2.

    Gebäude-Ertragswert (Approximation)

    120 m² × 280 €/m²

    33.600,00 €
  3. 3.

    Grundsteuerwert

    Grundstück + Gebäude

    433.600,00 €
  4. 4.

    Messbetrag

    Grundsteuerwert × 0.31‰

    134,42 €
  5. 5.

    Grundsteuer/Jahr

    Messbetrag × 470%

    631,76 €

STUFE 3 · Mieter-Umlage

🏠Mieter-Umlage

pro m² Wohnfläche

0,44 €

/Monat

pro m² Wohnfläche

5,26 €

/Jahr

Bei 75 m² Wohnung: ca. 33,00 €/Monat in den Nebenkosten.

ℹ️ Vermieter dürfen Grundsteuer als Betriebskosten umlegen (§ 2 Nr. 1 BetrKV). Voraussetzung: Im Mietvertrag muss die Umlage von Betriebskosten vereinbart sein.

STUFE 4 · Hebesatz-Datenbank Top-Städte 2026

Hebesätze 2026 — Klick auf Stadt für Direkt-Berechnung

Sortiert nach Hebesatz B (höchste zuerst). Hamburg, Offenbach, Bremerhaven sind aktuell Spitzenreiter.

StadtBundeslandModellHebesatz B
OffenbachHessen1000%
HamburgHamburg975%
BremerhavenBremen896%
DuisburgNordrhein-Westfalen855%
WuppertalNordrhein-Westfalen760%
BremenBremen755%
MönchengladbachNordrhein-Westfalen695%
BonnNordrhein-Westfalen680%
EssenNordrhein-Westfalen670%
AachenNordrhein-Westfalen650%
LeipzigSachsen650%
BochumNordrhein-Westfalen645%
DresdenSachsen635%
DortmundNordrhein-Westfalen610%
Freiburg im BreisgauBaden-Württemberg600%
HeidelbergBaden-Württemberg600%
ChemnitzSachsen600%
HannoverNiedersachsen600%
OldenburgNiedersachsen600%
SchwerinMecklenburg-Vorpommern595%

STUFE 5 · Verfassungs-Tracker

Häufige Fragen

  • Welches Modell gilt in meinem Bundesland?

    9 Länder (BE, BB, HB, MV, NW, RP, ST, SH, TH) nutzen das Bundesmodell. Saarland und Sachsen modifizieren es mit eigenen Steuermesszahlen. Bayern, Baden-Württemberg, Hamburg, Hessen und Niedersachsen haben jeweils eigene Modelle — die Öffnungsklausel hat es ermöglicht.

  • Wie wird die Grundsteuer 2026 berechnet?

    Grundformel: Grundsteuerwert × Steuermesszahl × Hebesatz = Grundsteuer pro Jahr. Die Berechnungsbasis hängt vom Modell ab — Bundesmodell nutzt einen Wertansatz (Bodenwert + Ertragswert), Bayern nur Flächen, Baden-Württemberg nur Bodenwert.

  • Was ist die Reform 2025 — was hat sich geändert?

    Die alten Einheitswerte stammten von 1964 (West) bzw. 1935 (Ost) und wurden 2018 vom BVerfG als verfassungswidrig erklärt. Seit 01.01.2025 gilt eine vollständige Neubewertung. Aufkommensneutralität war Ziel — individuelle Belastungsverschiebungen können erheblich sein.

  • Was ist der Unterschied Bundesmodell vs. Ländermodelle?

    Das Bundesmodell ist wertorientiert (höherer Wert → mehr Steuer). Ländermodelle wie Bayern oder BW sind primär flächenorientiert (Größe zählt mehr als Wert). Hamburg und Hessen sind Hybridmodelle mit Lagefaktoren.

  • Was ist der Hebesatz und wer legt ihn fest?

    Der Hebesatz ist ein kommunaler Multiplikator (in %), der den Steuermessbetrag verstärkt. Jede Gemeinde legt ihn eigenständig fest — Spitzenreiter 2025 sind Offenbach (1.000%), Hamburg (975%) und Bremerhaven (896%).

  • Bin ich von der Reform betroffen?

    Ja — alle Eigentümer von Grundstücken in Deutschland. Auch Mieter über die Betriebskostenumlage. Ob deine Belastung steigt oder fällt, hängt von Lage, Modell und neuem Hebesatz ab.

  • Was ist Grundsteuer A, B und C?

    A: land- und forstwirtschaftliche Betriebe. B: bebaute oder unbebaute Grundstücke (der Standardfall). C: NEU 2025 — baureife unbebaute Grundstücke mit erhöhtem Hebesatz, sofern die Kommune einen festlegt (Strafsteuer für Bauland-Spekulation).

  • Wie zahle ich die Grundsteuer?

    Vierteljährlich am 15.02., 15.05., 15.08. und 15.11. — meistens per SEPA-Lastschrift, alternativ Überweisung. Bei niedrigen Beträgen kann auch Jahres- oder Halbjahreszahlung vereinbart werden.

  • Kann ich die Grundsteuer auf meine Mieter umlegen?

    Ja. Vermieter dürfen Grundsteuer als Betriebskosten umlegen (§ 2 Nr. 1 BetrKV) — Voraussetzung: Mietvertrag enthält eine Umlage von Betriebskosten. Bei mehreren Wohneinheiten erfolgt die Aufteilung typischerweise nach Wohnfläche.

  • Ist die neue Grundsteuer verfassungsgemäß?

    Stand April 2026: BFH (Urteil 12/2025, II R 14/25) und vier Finanzgerichte halten die Reform für verfassungsgemäß. Eine BVerfG-Entscheidung steht aus — wird 2026 erwartet. Der Bund der Steuerzahler hat eine Verfassungsbeschwerde angekündigt.

  • Was tun bei zu hoher Grundsteuer?

    Innerhalb 1 Monat ab Bescheid-Zugang Einspruch beim Finanzamt einlegen (§ 355 AO). Form: schriftlich, mit konkreter Begründung. Bei komplexen Fällen Steuerberater oder Anwalt hinzuziehen — die Erfolgsaussichten und Kosten realistisch einschätzen.

  • Wann kommt das BVerfG-Urteil?

    Nicht offiziell terminiert — voraussichtlich 2026. Das Karlsruher Gericht hat das Verfahren angenommen, eine mündliche Verhandlung steht noch aus. Bei höheren Bescheiden empfehlen Steuerberater präventiv Einspruch zur Sicherung der Rechte.

  • Was ist die Grundsteuer C?

    Eine NEUE Hebesatz-Kategorie ab 2025. Kommunen können für baureife, aber unbebaute Grundstücke einen erhöhten Hebesatz festlegen — als Anti-Spekulations-Instrument. Hamburg hat 8.000% gewählt. Nicht alle Kommunen nutzen das Instrument.

  • Ist mein Rechner amtlich?

    Nein. Dieser Rechner ist eine Schätzung auf Basis der dokumentierten Modell-Formeln. Verbindlich ist ausschließlich der Bescheid des zuständigen Finanzamts. Bei Abweichungen prüfe deine Eingaben (Bodenrichtwert, Wohnfläche) und ggf. die Werte aus deinem Bescheid.

8 Mythen zur Grundsteuerreform

  • Mythos 1.Die Grundsteuer wird sich verdoppeln.

    Tatsächlich: Vereinfacht. Korrekt: Aufkommensneutralität ist Ziel — aber individuelle Verschiebungen können erheblich sein. Gute Lagen oft +50%, schlechte Lagen oft -20%.

  • Mythos 2.Alle Bundesländer rechnen gleich.

    Tatsächlich: Falsch. 5 Länder haben eigene Modelle (BY, BW, HH, HE, NI), 2 modifizieren das Bundesmodell (SL, SN), 9 nutzen das Bundesmodell pur.

  • Mythos 3.Mein Hebesatz ändert sich nicht.

    Tatsächlich: Doch. ~80% der hessischen Kommunen haben ihre Hebesätze gegen Vorgaben angepasst. Differenzierte Hebesätze (RLP seit 02/2025) erlaubt.

  • Mythos 4.Mieter zahlen die Grundsteuer nicht.

    Tatsächlich: Doch. Vermieter dürfen sie als Betriebskosten umlegen (§ 2 Nr. 1 BetrKV).

  • Mythos 5.Die Reform ist verfassungswidrig.

    Tatsächlich: Stand April 2026: 4 Finanzgerichte und der BFH halten sie für verfassungsgemäß. BVerfG-Entscheidung steht aus.

  • Mythos 6.Ich kann mich gegen den Bescheid wehren.

    Tatsächlich: Bedingt. Frist: 1 Monat ab Zugang. Inhalt: konkrete Begründung erforderlich. Kosten + Erfolgsaussichten realistisch einschätzen.

  • Mythos 7.Grundsteuer C trifft alle unbebauten Grundstücke.

    Tatsächlich: Falsch. Nur baureife unbebaute Grundstücke, wenn die Gemeinde einen erhöhten Hebesatz festgelegt hat.

  • Mythos 8.Mein Rechner ist amtlich.

    Tatsächlich: Nein. Schätzung. Verbindlich ist der Bescheid des Finanzamts.

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