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Grundsteuer Hessen: Flächen-Faktor-Verfahren 2026

Hessen nutzt ein Hybrid-Modell — Bayern-Flächen plus Lagefaktor aus dem Bodenrichtwert.

📍Hebesatz-Datenbank: 55 Städte · Stand April 2026 · quartalsweise Pflege

So funktioniert das Hessen Flächen-Faktor-Verfahren

Das hessische Modell baut auf dem Bayern-Flächenmodell auf: pro m² Grundstück 0,04 €, pro m² Wohnfläche 0,50 €. Bei Wohnnutzung kommt der 70%-Faktor wie in Bayern. Die hessische Besonderheit: Ein zusätzlicher Lagefaktor wird aus dem Bodenrichtwert deines Grundstücks im Verhältnis zum Gemeinde-Durchschnitt berechnet. Liegt dein Grundstück über dem Durchschnitt: Faktor > 1. Darunter: Faktor < 1. Dieser Faktor wirkt direkt auf den Messbetrag.

Vorteile

  • Hybrid: Flächen-Einfachheit + Lage-Gerechtigkeit
  • Lagefaktor verhindert das 'Bayern-Problem' (Villa zahlt wie Reihenhaus)
  • Bodenrichtwert wirkt nur als Faktor, nicht als Vollwert — moderate Belastung in Premium-Lagen

Nachteile

  • Komplexer als Bayern oder Bundesmodell
  • 80% der hessischen Kommunen haben Hebesätze trotz Aufkommensneutralitäts-Empfehlung angepasst (Correctiv-Studie)
  • Lagefaktor-Berechnung intransparent für Laien
  • Offenbach mit 1.000% Hebesatz ist Spitzenwert in Deutschland

Vergleich zum Bundesmodell

Das Bundesmodell rechnet vollwertig (Bodenwert + Ertragswert). Hessen rechnet primär flächenbasiert mit Lage-Faktor. Bei niedrigen Bodenrichtwerten (ländlich Hessen) sind beide Modelle ähnlich teuer. Bei hohen Bodenrichtwerten (Frankfurt-Westend, Wiesbaden-Bierstadt) ist Hessen deutlich günstiger als das Bundesmodell.

Beispielrechnungen

  • EFH Frankfurt, 500 m² / 120 m², Lagefaktor 1,2, Hebesatz 460%≈ 384 €/Jahr
  • EFH Offenbach, 500 m² / 120 m², Lagefaktor 0,9, Hebesatz 1.000%≈ 632 €/Jahr
  • EFH Kassel, 500 m² / 120 m², Lagefaktor 1,0, Hebesatz 580%≈ 408 €/Jahr

Direkt-Berechnung mit Hessen-Modell

Eingabe

Modell: hessen-flaechen-faktor · Flächen-Faktor-Verfahren

1,0 = Durchschnitt · >1 = besser als Durchschnitt

STUFE 1 · Berechnung nach Hessen-Modell

Grundsteuer 2026

257,60 €

/Jahr

Vierteljahr

64,40 €

Monat

21,47 €

Modell

Hessen Flächen-Faktor-Verfahren

Hebesatz

460%

Berechnungs-Schritte

  1. 1.

    Grundstücks-Anteil

    500 m² × 0,04 €

    20
  2. 2.

    Gebäude-Anteil

    120 m² × 0,50 €

    60
  3. 3.

    Lagefaktor

    aus Bodenrichtwert: 1.00

    1
  4. 4.

    Messbetrag

    (Grundstück + Gebäude) × 70% × 1.00

    56
  5. 5.

    Grundsteuer/Jahr

    Messbetrag × 460%

    257,60 €

STUFE 3 · Mieter-Umlage

🏠Mieter-Umlage

pro m² Wohnfläche

0,18 €

/Monat

pro m² Wohnfläche

2,15 €

/Jahr

Bei 75 m² Wohnung: ca. 13,50 €/Monat in den Nebenkosten.

ℹ️ Vermieter dürfen Grundsteuer als Betriebskosten umlegen (§ 2 Nr. 1 BetrKV). Voraussetzung: Im Mietvertrag muss die Umlage von Betriebskosten vereinbart sein.

Häufige Fragen zum Hessen Flächen-Faktor-Verfahren

  • Hessen Lagefaktor — wie berechnet?

    Bodenrichtwert deines Grundstücks ÷ Gemeinde-Durchschnitts-Bodenrichtwert. Wenn dein BRW 1.500 €/m² beträgt, der Gemeinde-Durchschnitt 1.000 €/m² ist, dann Lagefaktor = 1,5.

  • Hessen: Wo finde ich Bodenrichtwerte?

    BORIS-Hessen (boris.hessen.de) — für jedes Grundstück kostenlos.

  • Frankfurt vs. Offenbach: Warum so große Differenz?

    Frankfurt 460%, Offenbach 1.000% Hebesatz. Mehr als doppelt — Offenbach hat angespanntere Haushaltslage.

  • Hessen: Wer profitiert vom Modell?

    Eigentümer in Premium-Lagen (Frankfurt-Westend, Wiesbaden-Bierstadt) profitieren erheblich gegenüber dem Bundesmodell, da der Lagefaktor moderater wirkt als der volle Wertansatz.

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