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Grundsteuer Sachsen 2026: Modifiziertes Bundesmodell, Leipzig, Dresden, Chemnitz

Sachsen rechnet nach dem Bundesmodell, aber mit eigenen Steuermesszahlen. Mit Hebesätzen und Beispielrechnungen für Leipzig, Dresden und Chemnitz.

📍Hebesatz-Datenbank: 55 Städte · Datenerhebung: April 2026 · 15 davon geprüft am gegen kommunale Quellen

So funktioniert das sächsische Modell (modifiziertes Bundesmodell)

Sachsen übernimmt die Bewertung des Bundesmodells (Grundsteuerwert aus Bodenwert und Gebäude-Ertragswert), legt aber eigene Steuermesszahlen fest (Sächsisches Grundsteuermesszahlengesetz): 0,36 ‰ für unbebaute Grundstücke und Wohngrundstücke (§ 249 Abs. 1 Nr. 1–4 BewG: Ein- und Zweifamilienhäuser, Mietwohngrundstücke, Wohnungseigentum) und 0,72 ‰ für die übrigen bebauten Grundstücke (Nr. 5–8: Teileigentum, Geschäftsgrundstücke, gemischt genutzte und sonstige bebaute Grundstücke). Zum Vergleich das Bundesmodell: 0,31 ‰ bzw. 0,34 ‰.

✓ Vorteile

  • Gewerbe trägt über die höhere Messzahl einen größeren Anteil
  • Bewertung identisch zum Bundesmodell — gleiche Erklärung und Hilfen

✗ Nachteile

  • Wohngrundstücke haben eine höhere Messzahl als im Bundesmodell
  • Wertorientiert: steigende Bodenrichtwerte erhöhen bei der nächsten Hauptfeststellung die Steuer

Vergleich zum Bundesmodell

Die Rechnung ist dieselbe wie im Bundesmodell, nur die Messzahl unterscheidet sich: Für ein Wohngrundstück liegt der Messbetrag in Sachsen um 16 % über dem Bundesmodell, für Geschäftsgrundstücke beim gut Doppelten. Die Kommunen haben ihre Hebesätze mit der Reform neu festgesetzt — Leipzig hat den Hebesatz B zum Beispiel von 650 % auf 450 % gesenkt.

Hebesätze und Grundsteuer in Leipzig, Dresden und Chemnitz

Beispiel: Einfamilienhaus mit 500 m² Grundstück und 120 m² Wohnfläche bei drei Bodenrichtwerten.

StadtHebesatz AHebesatz BBRW 150 €/m²BRW 300 €/m²BRW 600 €/m²Stand Hebesatz
Leipzig600 %450 %176 €297 €540 €geprüft · gilt ab 2025
Dresden280 %400 %156 €264 €480 €geprüft · gilt ab 2025
Chemnitz350 %600 %235 €397 €721 €Datenerhebung April 2026, nicht neu geprüft

Beispielrechnungen

Annahmen der Beispiele: Wohngrundstück; der Gebäude-Ertragswert des Bundesmodells wird im Rechner vereinfacht mit 280 € je m² Wohnfläche angesetzt (das amtliche Ertragswertverfahren nach §§ 252 ff. BewG hängt zusätzlich von Baujahr, Mietniveaustufe und Restnutzungsdauer ab). Ergebnisse sind Schätzungen, verbindlich ist nur der Bescheid.

BeispielHebesatz BGrundsteuer/Jahr
EFH Leipzig, 500 m² / 120 m², BRW 300 €/m²450 %≈ 297 €
EFH Dresden, 500 m² / 120 m², BRW 300 €/m²400 %≈ 264 €
EFH Dresden, 500 m² / 120 m², BRW 600 €/m²400 %≈ 480 €
Eigentumswohnung Leipzig, 70 m² Wohnfläche, 80 m² Grundstücksanteil, BRW 500 €/m²450 %≈ 97 €

Direkt-Berechnung für Sachsen

Eingabe

Modell: bundesmodell-mod-sachsen · Modifiziertes Bundesmodell: höhere Messzahl Wohnen

STUFE 1 · Berechnung nach Sachsen-Modell

Grundsteuer 2026

702,43 €

/Jahr

Vierteljahr

175,61 €

Monat

58,54 €

Modell

Sachsen-Modell (modifiziertes Bundesmodell)

Hebesatz

450%

Berechnungs-Schritte

  1. 1.

    Grundstückswert

    500 m² × 800 €/m²

    400.000,00 €
  2. 2.

    Gebäude-Ertragswert (Approximation)

    120 m² × 280 €/m²

    33.600,00 €
  3. 3.

    Grundsteuerwert

    Grundstück + Gebäude

    433.600,00 €
  4. 4.

    Messbetrag

    Grundsteuerwert × 0.36‰

    156,10 €
  5. 5.

    Grundsteuer/Jahr

    Messbetrag × 450%

    702,43 €

STUFE 3 · Mieter-Umlage

🏠Mieter-Umlage

pro m² Wohnfläche

0,49 €

/Monat

pro m² Wohnfläche

5,85 €

/Jahr

Bei 75 m² Wohnung: ca. 36,75 €/Monat in den Nebenkosten.

ℹ️ Vermieter dürfen Grundsteuer als Betriebskosten umlegen (§ 2 Nr. 1 BetrKV). Voraussetzung: Im Mietvertrag muss die Umlage von Betriebskosten vereinbart sein.

Häufige Fragen zum sächsische Modell (modifiziertes Bundesmodell)

  • Sachsen-Modell: Was ist anders als im Bundesmodell?

    Nur die Steuermesszahlen: 0,36 ‰ für Wohn- und unbebaute Grundstücke (Bund: 0,31 ‰), 0,72 ‰ für Geschäfts-, gemischt genutzte und sonstige bebaute Grundstücke (Bund: 0,34 ‰). Die Bewertung ist identisch.

  • Leipzig: Hat sich der Hebesatz geändert?

    Ja. Laut Ratsvorlage VIII-DS-00158 sank der Hebesatz B ab 2025 von 650 % auf 450 %; die Grundsteuer A stieg auf 600 %. Ein EFH (500 m² / 120 m², BRW 300 €/m²) kostet damit ≈ 297 €/Jahr.

  • Dresden: Welcher Hebesatz gilt?

    Laut Grundsteuer-Hebesatz-Satzung 2025: Grundsteuer B 400 %, Grundsteuer A 280 %. Eine Satzung für 2026 haben wir nicht gefunden — prüfe deinen Bescheid. Ein EFH (500 m² / 120 m², BRW 600 €/m²) kostet beim Satz von 2025 ≈ 480 €/Jahr.

  • Chemnitz: Welcher Hebesatz gilt?

    In unserer Datenbank steht für Chemnitz 600 % — dieser Wert stammt aus der Datenerhebung und konnte nicht gegen die aktuelle Hebesatzsatzung geprüft werden. Maßgeblich ist dein Bescheid.

  • Leipzig vs. Halle: Warum unterschiedliche Regeln?

    Halle (Saale) liegt in Sachsen-Anhalt. Dort gilt das reine Bundesmodell mit der Messzahl 0,31 ‰ für Wohngrundstücke; in Leipzig gilt die sächsische Messzahl. Hebesätze beider Städte sind deshalb nicht direkt vergleichbar.

  • Wo finde ich Bodenrichtwerte in Sachsen?

    Im Portal BORIS Sachsen (boris.sachsen.de) oder beim Gutachterausschuss deiner Stadt.

Quellen

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